Workshop zur NS-Zwangsarbeit

Vom 21. bis zum 22. Juni 2014 veranstaltete die AG Geschichtspolitik einen eintägigen Workshop zum „System der NS-Zwangsarbeit“ im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Berlin-Schöneweide. Im Anschluss an eine Führung durch die Ausstellung des Dokumentationszentrums mit dem Historiker Roman Fröhlich informierte der Historiker Christian Hartz über die Geschichte und Dimensionen der Zwangsarbeit im Deutschen Reich sowie in den von Deutschland besetzten Gebieten. Einen besonderen Schwerpunkt setzte der Workshop in einem dritten Teil auf die Zwangsarbeit der sogenannten „Rotspanier“, also der spanischen Republikaner_innen, die im Anschluss an die Niederlage im Bürgerkrieg 1939 in die deutsche Zwangsarbeitsmaschine gerieten.

Der Workshop diente der vertieften Auseinandersetzung der AG Geschichtspolitik mit dem Nationalsozialismus und der Vorbereitung zukünftiger Bildungsangebote.

Der Workshop fand mit freundlicher Unterstützung der Graduateschool „Human Development in Landscapes“ der Universität Kiel sowie dem Graduiertenzentrum der Universität Kiel statt.

„Nationalsozialismus und Erinnerungspolitik“ – Bildungsreise mit Vertreter*innen erinnerungspolitischer Initiativen aus dem spanischen Baskenland

Vom 15. bis zum 23.9. 2012 veranstaltete die AG Geschichtspolitik unter dem Motto „Nationalsozialismus und Erinnerungspolitik“ eine Bildungsreise mit Vertreter*innen erinnerungspolitischer Initiativen aus dem spanischen Baskenland. Die Reise diente der Vermittlung historischen Wissens über den Nationalsozialismus sowie dessen Nachgeschichte in BRD und DDR. Darüber hinaus hatte die Reise die Vertiefung des internationalen Austauschs zum Ziel und sollte einen Einblick in die hiesige erinnerungspolitische Landschaft geben.

Mit den Teilnehmer*innen besuchten wir kleinere und größere Gedenkstätten: neben den Gedenkstätten in Buchenwald und Ravensbrück auch die Gedenkstätte Hochstraße in Salzgitter, die Gedenkstätte Schill-Denkmal in Braunschweig sowie den selbstorganisierten Gedenkort Uckermark, der an das Jugendkonzentrationslager für Mädchen und junge Frauen in der Nähe von Fürstenberg erinnert. Weiterhin auf dem Programm standen Stadtführungen in Berlin und Braunschweig, Vorträge zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Nachkriegsgeschichte sowie das Kennenlernen erinnerungspolitischer und antifaschistischer Initiativen. Einen besonderen Schwerpunkt setzte die Reise auf die Vernetzung deutscher und baskischer Aktivist*innen.

Die Bildungsreise fand mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Bundestagsfraktion DIE LINKE statt.

2013 – AG Buchenwald

Die AG Buchenwald plant für den Herbst 2013 einen mehrtägigen internationalen Workshop in der Jugendbegegnungsstätte der Gedenkstätte Buchenwald. Das Treffen soll den ca. 20 aktiven Mitgliedern der internationalen Initiative „Third Generation Buchenwald“ die Möglichkeit geben, sich intensiv mit dem konkreten Ort – dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald – zu beschäftigen, in inhaltlichen Austausch zu treten und gemeinsam Handlungsperspektiven im Sinne eines lebendigen Gedenkens zu beschließen. Dazu gehört eine historische Bestandsaufnahme (Geschichte und Nachgeschichte des KZ, Erinnerungsgeschichte im Kalten Krieg), die Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Gedenkstättenlandschaft und die Entwicklung konkreter Projektideen. Da die Finanzierung des internationalen Workshops bisher nicht gedeckt ist, bitten wir um Spenden (Schenkungen) unter dem Stichwort: AG Buchenwald. Weitere Anfragen bezüglich des Projektes beantworten wir gerne unter: info.3rd.buchenwald@gmail.com

2011 -Sommer- Umkämpfte Vergangenheit. Eine Ausstellung zur Erinnerungspolitik in Spanien

Als Ergebnis einer zweiwöchigen Bildungsreise hat die AG Geschichtspolitik im vergangenen halben Jahr eine Ausstellung zur Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und des Franquismus erarbeitet. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Erinnerung an Bürgerkrieg und Franquismus in verschiedenen Teilen Spaniens sowie Frankreichs. Die Ausstellung wird zum 75. Jahrestag des Beginns des Bürgerkriegs am 17. Juli 2011 in Berlin im Haus der Demokratie und Menschenrechte eröffnet. Nähere Informationen gibt es unter www.umkaempftevergangenheit.blogsport.de

Als Ergebnis einer zweiwöchigen Bildungsreise hat die AG Geschichtspolitik im vergangenen halben Jahr eine Ausstellung zur Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs und des Franquismus erarbeitet. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Erinnerung an Bürgerkrieg und Franquismus in verschiedenen Teilen Spaniens sowie Frankreichs. Die Ausstellung wird zum 75. Jahrestag des Beginns des Bürgerkriegs am 17. Juli 2011 in Berlin im Haus der Demokratie und Menschenrechte eröffnet.

Die Ausstellung stellt auf 17 Tafeln neben einer allgemeinen Einleitung und einer Einführung in die Geschichte des Bürgerkrieges und des Franquismus jeweils kurz die Geschichte der einzelnen Regionen (Baskenland, Katalonien und Südfrankreich) im Bürgerkrieg und danach vor und geht dann auf spezifische Erinnerungsorte- und projekte ein. Der Fokus liegt auf der Darstellung unterschiedlicher erinnerungspolitischer Zugönge, die je nach politischem Kräftegewicht und regionaler Geschichte variieren.

Mit der Ausstellung wollen wir neben dem Bürgerkrieg vor allem auf die umkämpfte Erinnerung in Spanien aufmerksam machen und deren unterschiedliche Akteure beleuchten. Mit der Vorstellung einiger Initiativen möchten wir erinnerungspolitische Ansätze stark machen, die sich jenseits der offiziellen Rhetorik bewegen, für historische Gerechtigkeit eintreten und Kontinuitäten benennen.

Die Ausstellung ist als Wanderausstellung konzipiert und besteht aus sog. Roll-ups, leicht transportablen Aufstellern. Wenn Ihr Interesse daran habt, die Ausstellung in Eurer Stadt zu zeigen, meldet Euch unter bildungsreise@riseup.net. Sie steht ab Anfang August zur Verfügung.

2010 -Herbst- Bildungsreise Spanien

Unter dem Motto „Spanischer Bürgerkrieg und Franquismus in Vergangenheit und Gegenwart“ veranstaltete die AG Geschichtspolitik des Vereins Grenzenlos e.V. im Herbst 2010 eine Bildungsreise. Ziel der Reise war es, den TeilnehmerInnen einen Eindruck der historischen Ereignisse sowie der aktuellen Kämpfe und Auseinandersetzungen um eine angemessene Erinnerung an Bürgerkrieg und Franquismus zu vermitteln. Die Bildungsreise fand mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Bundestagsfraktion DIE LINKE statt.

Unter dem Motto „Spanischer Bürgerkrieg und Franquismus in Vergangenheit und Gegenwart“ veranstaltete die AG Geschichtspolitik des Vereins Grenzenlos e.V. im Herbst 2010 eine Bildungsreise. Ziel der Reise war es, den TeilnehmerInnen einen Eindruck der historischen Ereignisse sowie der aktuellen Kämpfe und Auseinandersetzungen um eine angemessene Erinnerung an Bürgerkrieg und Franquismus zu vermitteln.

Sowohl im Baskenland als auch in Katalonien trafen wir uns mit verschiedenen erinnerungspolitischen Gruppen und ließen uns über deren alltägliche Arbeit und Probleme berichten. Zudem besuchten wir ein wissenschaftliches Institut, Museen und historische Ereignisorte. Darunter z.B. die Überreste einer Frauenhaftanstalt in Mutriko, historische Orte der Ebro-Schlacht oder das Konzentrationslager Gurs in Frankreich, in dem neben JüdInnen und KämpferInnen der Résistance auch zahlreiche RepublikanerInnen, die sich an der Résistance beteiligten, inhaftiert waren.

Ein besonderes Augenmerk legte die Reise auf den Austausch mit politischen AktivistInnen vor Ort, die sich teilweise seit Jahren um eine gesamtgesellschaftliche Debatte über die mitunter bis heute tabuisierten Ereignisse bemühen. Ergebnis der Reise wird eine Ausstellung sein, die anlässlich des 75. Jahrestags des Beginns des Spanischen Bürgerkriegs im Juli 2011 erstmals zu sehen sein wird. Darüber hinaus ist geplant, die neuentstandenen Kontakte zu nutzen und die jeweiligen Gruppen zu einem Erfahrungsaustausch nach Deutschland einzuladen.

Die Bildungsreise fand mit freundlicher Unterstützung des Vereins der Bundestagsfraktion DIE LINKE statt.

2009 -Dezember- Rundereise von Ana Igancia Rodríguez in der BRD/Schweiz

Wir haben die Zeitzeugin Ana Ignacia Rodríguez Márquez zu einer Rundreise in zehn Städten der BRD und der Schweiz eingeladen. Als Überlebende des Massakers vom 2. Oktober und als ehemalige politische Gefangene thematisiert sie als Zeitzeugin und Mitglied des Comité 68– einem 1978 begründeten Zusammenschluss von 68er-Akti­vistInnen-, die Straflosigkeit der Täter und die bis heute an­dauernden staatlichen Menschenrechtsverletzungen in Me­xiko. Des Weiteren informiert und diskutiert sie als Aktivist/in des mexikanischen 1968 seine Bedeutung und Folgen. In Kooperation mit Amnesty International.

Wir haben die Zeitzeugin Ana Ignacia Rodríguez Márquez in Kooperation mit Amnesty International eingeladen, damit sie über die seit mehr als vier Jahrzehnten andauernde Straflosigkeit der Verantwortlichen für das Massakers von Tlatelolco 1968 in Mexiko-Stadt berichtet. Ana Ignacia Rodríguez, alias La Nacha, unternahm eine Rundreise in zehn Städten Deutschlands und der Schweiz. Sie sprach zum einen über die Straflosigkeit in Mexiko, zum anderen berichtete sie über ihre Partizipation in der mexikanischen 1968er Bewegung.

header2Nacha am Ort des Massakers im Jahr 2008

Zehn Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Mexiko-Stadt, am 2.10.1968, griff auf Befehl der Regierung die mexikanische Armee mit Panzern und Scharfschützen eine studentische Demonstration an, die sich auf dem «Platz der Drei Kulturen» versammelt hatte. Bis heute ist unklar, wie viel hunderte Tote es dabei gegeben hat. Durch das staatliche Massaker fand die mexikanische 68er Bewegung ein abruptes Ende. Danach verstärkte sich die staatliche Repression gegenüber Aktivist/innen noch und mündete schließlich in einen «Krieg niedriger Intensität» gegenüber Oppositionellen und der Bevölkerung insgesamt. Wie in anderen lateinamerikanischen Ländern auch, wurden ab den 1970er Jahren Aktivist/innen unrechtmäßig eingekerkert, ge­foltert oder gewaltsam verschwunden. Lange war das Massaker vom 2.10.1968 ein Tabu. Die Ge­heimdienstakten wurden unter dem Deckel gehalten und die politisch Verantwortlichen sind bis heute nicht belangt worden.

plakatn   Comite
Die Referentin Ana Igancia Rodríguez, alias La Nacha

Ana Ignacia Rodríguez «La Nacha» (*1944) war studentische Aktivistin der 68er-Bewegung in Mexiko-Stadt und wurde deshalb inhaftiert. Als Überlebende des Massakers vom 2. Oktober und als ehemalige politische Gefangene thematisiert sie als Zeitzeugin und Mitglied des Comité 68– einem 1978 begründeten Zusammenschluss von 68er-Akti­vistInnen, die Straflosigkeit der Täter und die bis heute an­dauernden staatlichen Menschenrechtsverletzungen in Me­xiko. Mit ihrer aktuellen Rundreise verfolgt sie das Ziel, über die Situation der anhaltenden Straffreiheit der Täter und kontinuierlichen staatlichen Menschenrechts­verletzungen zu informieren. Nacha wird in einem kurzen Vortrag über die strafrechtliche Verfolgung der Verantwort­lichen der staatlichen Massaker von 1968 und 1971, sowie der Verantwortlichen für die Politik des «schmutzigen Krie­ges» und aktuelle Menschenrechtsverletzungen sprechen und des Weiteren den Film «Cementerio de Papel» vorstellen, in dem sie selber in einer kleinen Rolle mitwirkte.

Gemeinsam bereisten wir Frankfurt am Main, Köln, Nürnberg, München, Tübingen, Bern, Hamburg, Bielefeld, Magdeburg und Berlin. Detaillierte Informationen zu den Veranstaltungen und Kooperationspartner unter

http://memoria.blogsport.de/termin

2009 -Juli- Berlin/Buenos Aires

Austausch mit dem Radioprojekt Colifata aus Buenos Aires, die Radio in einer neuropsychiatrischen Klinik gemeinsam mit den Insassen machen. In Berlin trafen sie sich mit Projekte die an ähnlichen Themen arbeiten und informierten über ihr Projekt. Das Radio La Colifata ist ein Radiosender, der seit 1991 von den Insass_innen und Ex-Insass_innen der neuropsychiatrischen Klinik „José T. Borda“ in Buenos Aires, Argentinien, betrieben wird. Unter dem Motto Mauern zerstören, sendet das Radio auf eigener Frequenz live vom Hof des Krankenhauses. Die „Kranken“ wechseln sich am Mikrofon ab, sprechen von den Lebensbedingungen in der Klinik, debattieren über die Politik zur mentalen Gesundheit und verleihen ihren Sorgen und Bedürfnissen Ausdruck. La Colifata („colifato“ steht im Jargon in Buenos Aires für „verrückt“, „mondsüchtig“) versteht sich nicht als Radioworkshop, in dem man den Beruf eines Sprechers oder der Korrespondentin erlernt, sondern als ein Ort, wo etwas Fundamentales geschieht: das Mikrofon ist dazu da, um im eigenen Namen das Wort zu ergreifen.

In Berlin berichteten sie von ihrem Bericht und tauschten sich mit anderen Initiativen, wie dem Weglaufhaus aus, die zum Thema Physichisch Kranke arbeiten. Die Veranstaltung am 5. Juli in der Galerie Zeitzone war sehr gut besucht.

Mit freundlicher Unterstützung der Rosa- Luxemburg- Stiftung und in Zusammenarbeit mit Álvaro Garreaud (Oficina Social de Antropología y Prisión / Spanien) sowie dem Nachrichtenpool Lateinamerika e.V. (Berlin)

2008/2009 -September/Februar- Mexiko-Stadt/Berlin

Ausstellung und Vorträge über kollektive Wohnformen und Stadtumstrukturierung in Mexiko-Stadt und San Cristobal de las Casas (Mexiko) in Koopertation mit der UACM (Universidad Autónoma de la Ciudad de México).

Unserer Arbeitsgruppe Internationalismus konnten 2007 Kontakte nach Mexiko-Stadt knüpfen und in den Erfahrungsaustausch Über Stadtentwicklung, globale Ungleichheit und Aktionsformen im Stadtraum treten. Im Austausch mit Studierenden und ProfessorInnen der Fakultät für Stadtentwicklung an der Universidad Autónoma de la Ciudad de México (UACM) entstand die Idee durch Vorträge und eine Ausstellung eine erste Brücke zu Globalisierungs- und Stadtumstrukturierungsprozessen in Berlin und Mexiko-Stadt zu schlagen. In beiden Metropolen finden ähnliche Prozesse im Stadtraum statt, auf die unterschiedlich reagiert wird. Im Austausch können die Erfahrungen fruchtbar gemacht werden, um von einander zu lernen.

UACM  DignaR  Dama
Ausstellung in der UACM und auf dem Digna-Rabia-Festival

 

Im Frühjahr 2008 kamen einige Lehrende der UACM nach Berlin. Der erste Kontakt konnte gefestigt und die Projektidee, eine Ausstellung über Bedingungen und Reaktionen auf die fortschreitende Stadtumstrukturierung Berlins nach Mexiko- Stadt mitzunehmen, konkretisiert werden.

Im Herbst 2008 wurde die Ausstellung übersetzt und in verschiedenen Fakultäten der UACM gezeigt. Bis zum Februar 2009 fanden Diskussionrunden, Interviews und der Erfahrungsaustausch mit Studierenden, Lehrenden und StadteilaktivistInnen in Mexiko-Stadt statt.

Die Ausstellung über alternative Wohnformen und Stadtumstrukturierung wurde weiterhin im Rahmen des Kulturfestival `Digna Rabia´, das im Dezember in Mexiko-Stadt und im Januar in San Cristobal de las Casas (Chiapas) stattfand, gezeigt. Durch den intensiven Austausch mit studentischen Gruppen, MenschenrechtsaktivistInnen und Vereinen konnten wir unser Verständnis der mexikanische Situation vertiefen. In den Diskussionen ergaben sich weitere Thematiken, die für den internationalen Austausch wichtig sind. Weitere Projekte mit mexikanischen AktivistInnen sind geplant.

2008 -September- Neuquen/Berlin

Austausch mit den ArbeiterInnen der Keramik Fabrik Zanon in Neuquen/Argentinien. Hier wurden Informationsveranstaltungen über die Geschichte, Selbstverwaltung der Arbeiter/innen und die aktuelle Situation der Fabrik in Berlin und Poznan veranstaltet.

Ein Teil der Arbeitsgruppe Internationalismus von Grenzenlos e.V. organisierte im Septmeber 2008 einen Austausch mit den Arbeiter/innen der ZANON Fabrik aus Neuquen in Argentinien. Sie berichteten über den Kampf um die von den Arbeiter/innen selbstverwaltete Kachel Farbik in Patagonien. Es wurde eine Informationsveranstaltung in Berlin und weitere in Poznan/Polen durchgeführt.

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Veranstaltung mit Rosa Maldonado in Warschau und in Poznan im September 2008

Am 26.September fand in den Räumen der Admiralstr. 17 in Berlin Kreuzberg eine Veranstaltung mit 100 Personen und der Presse statt. Auf Grund des großen Andrangs wurde daher nur eine knappe Stunde des Dokumentarfilms Corazon de Fabrica gezeigt, um genügend Zeit für ein Gespräch mit Rosa Maldonado zu bieten, die vier Jahre lang in der Kachelfabrik gearbeitet hatte. Sie ist eine von den zwanzig Arbeiterinnen, die 2001 die Fabrik mit besetzt hatten. Sie berichtete über die Geschichte und den aktuellen Kampf der Fabrik. Es entwickelte sich eine Diskussion über den Arbeitsbegriff. Warum wird schwerste Fabrikarbeit bis zu über sechzig Stunden die Woche, als positiv besetzter Kampf gelebt? Rosa erklärte dies mit den Lebensumständen in Patagonien, wiess aber auch auf einen internen Widerspruch hin. Gegen Mitternacht endete die Veranstaltung.

Am 27. September fand eine weitere Veranstaltung im sozialen Zentrum Rozbrat in Poznan/ Polen statt. Das Publikum bestand vor allem aus Jugendlichen und einer kleinen Delegation Arbeiter der im Ort ansässigen Maschinen- und Fahrgestellfabrik Cegielski. Dieser Austausch war für beide Seiten bereichernd, da sie sich über Formen von Kooperativen und Genossenschaften auseinandersetzen konnten.

In Zusammenarbeit mit dem Nachrichtenpool Lateinamerika e.V. und freundlicher Unterstützung der Stiftung Do.