Archiv für den Monat: Dezember 2009

2009 -Dezember- Rundereise von Ana Igancia Rodríguez in der BRD/Schweiz

Wir haben die Zeitzeugin Ana Ignacia Rodríguez Márquez zu einer Rundreise in zehn Städten der BRD und der Schweiz eingeladen. Als Überlebende des Massakers vom 2. Oktober und als ehemalige politische Gefangene thematisiert sie als Zeitzeugin und Mitglied des Comité 68– einem 1978 begründeten Zusammenschluss von 68er-Akti­vistInnen-, die Straflosigkeit der Täter und die bis heute an­dauernden staatlichen Menschenrechtsverletzungen in Me­xiko. Des Weiteren informiert und diskutiert sie als Aktivist/in des mexikanischen 1968 seine Bedeutung und Folgen. In Kooperation mit Amnesty International.

Wir haben die Zeitzeugin Ana Ignacia Rodríguez Márquez in Kooperation mit Amnesty International eingeladen, damit sie über die seit mehr als vier Jahrzehnten andauernde Straflosigkeit der Verantwortlichen für das Massakers von Tlatelolco 1968 in Mexiko-Stadt berichtet. Ana Ignacia Rodríguez, alias La Nacha, unternahm eine Rundreise in zehn Städten Deutschlands und der Schweiz. Sie sprach zum einen über die Straflosigkeit in Mexiko, zum anderen berichtete sie über ihre Partizipation in der mexikanischen 1968er Bewegung.

header2Nacha am Ort des Massakers im Jahr 2008

Zehn Tage vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Mexiko-Stadt, am 2.10.1968, griff auf Befehl der Regierung die mexikanische Armee mit Panzern und Scharfschützen eine studentische Demonstration an, die sich auf dem «Platz der Drei Kulturen» versammelt hatte. Bis heute ist unklar, wie viel hunderte Tote es dabei gegeben hat. Durch das staatliche Massaker fand die mexikanische 68er Bewegung ein abruptes Ende. Danach verstärkte sich die staatliche Repression gegenüber Aktivist/innen noch und mündete schließlich in einen «Krieg niedriger Intensität» gegenüber Oppositionellen und der Bevölkerung insgesamt. Wie in anderen lateinamerikanischen Ländern auch, wurden ab den 1970er Jahren Aktivist/innen unrechtmäßig eingekerkert, ge­foltert oder gewaltsam verschwunden. Lange war das Massaker vom 2.10.1968 ein Tabu. Die Ge­heimdienstakten wurden unter dem Deckel gehalten und die politisch Verantwortlichen sind bis heute nicht belangt worden.

plakatn   Comite
Die Referentin Ana Igancia Rodríguez, alias La Nacha

Ana Ignacia Rodríguez «La Nacha» (*1944) war studentische Aktivistin der 68er-Bewegung in Mexiko-Stadt und wurde deshalb inhaftiert. Als Überlebende des Massakers vom 2. Oktober und als ehemalige politische Gefangene thematisiert sie als Zeitzeugin und Mitglied des Comité 68– einem 1978 begründeten Zusammenschluss von 68er-Akti­vistInnen, die Straflosigkeit der Täter und die bis heute an­dauernden staatlichen Menschenrechtsverletzungen in Me­xiko. Mit ihrer aktuellen Rundreise verfolgt sie das Ziel, über die Situation der anhaltenden Straffreiheit der Täter und kontinuierlichen staatlichen Menschenrechts­verletzungen zu informieren. Nacha wird in einem kurzen Vortrag über die strafrechtliche Verfolgung der Verantwort­lichen der staatlichen Massaker von 1968 und 1971, sowie der Verantwortlichen für die Politik des «schmutzigen Krie­ges» und aktuelle Menschenrechtsverletzungen sprechen und des Weiteren den Film «Cementerio de Papel» vorstellen, in dem sie selber in einer kleinen Rolle mitwirkte.

Gemeinsam bereisten wir Frankfurt am Main, Köln, Nürnberg, München, Tübingen, Bern, Hamburg, Bielefeld, Magdeburg und Berlin. Detaillierte Informationen zu den Veranstaltungen und Kooperationspartner unter

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